Die perfekte Masche – Häkelmode in Einzelanfertigung von Jay Punk

01 Jay Punk

Winter. Das Gehirn friert. Für Kopfmenschen ist das nicht schön. Damit das Gehirn immer auf Betriebstemperatur bleibt, trage ich jetzt Kopfbedeckungen von Jay Punk. Hier ist alles noch Handarbeit und man kann die eigenen Vorstellungen von Geschmack umsetzen lassen. Mode also Self- und Tailermade. Alle angefertigten Stücke sind Unikate und entstehen costumized in Auflage eins. Konformität gibt’s von der Stange, individuelles mit Charme und reichlich Coolnessfaktor rund um Häkelmode bei Judith Jäger, der Köpfin hinter Jay Punk. Noch Fragen?

Lange Zeit waren selbstgehäkelte und selbstgestrickte Dinge nur bei Omis als Geschenk an ihre Enkel beliebt. Seit einiger Zeit erfreut sich Handmade-Mode wieder einiger Beliebtheit. Wie ist diese Leidenschaft der „Häkel-Kunst“ bei dir entstanden?

Eigentlich entstand das Ganze aus einer Trotzreaktion auf eine völlig utopische Preisvorstellung für eine Häkelmütze.

Im Sommer letzten Jahres war ich mit Freunden und unseren Surfbrettern an der Küste. Dort haben wir das erste Mal eine auf diese Weise gehäkelte Beanie gesehen und wollten unbedingt solch eine Mütze besitzen. Als ich ein Geschäft gefunden hatte, das Häkelmützen anbot, war mir der Preis pro Mütze viel zu hoch und ich sagte zu meinem Freund: „Das mache ich jetzt selbst!”

Das Häkeln hat mir dann meine Mutter bei einigen Gläsern Rotwein auf der elterlichen Couch gezeigt und ich habe im Anschluss tagelang herum probiert, bis ich selbst mit meiner ersten Mütze zufrieden war. Danach begann es zu einer Art Sucht zu werden und ich wollte die schöne Oma-Tradition aufgreifen, sämtliche Freunde und Familienmitglieder mit selbst gehäkelten Mützen zu beschenken. Und vor allem wollte ich Köpfe etwas farbenfroher machen.

Allerdings war die Resonanz letztendlich so groß, dass die Materialkosten schließlich meine große Freude am Schenken übervorteilten. Nachdem mich Freunde von Freunden und sogar vollkommen fremde Menschen anschrieben und nach einer Mütze fragten, entstand das Konzept: „Bezahle das, was dir die Mütze selbst wert ist“.

Ich gebe nur vor, dass mindestens die Material- und Versandkosten abgedeckt sind. Alles Andere bleibt jedem selbst überlassen.

Was waren bisher die verrücktesten Sachen, die Kunden angefragt haben bzw. die du umgesetzt hast?

Richtig verrückte Bestellungen gab es bisher eigentlich noch nicht. Allerdings bin ich bezüglich „verrückt“ oder besser „besonders“ auch ziemlich schmerzfrei. Ich nehme grundsätzlich jede Idee gern auf und probiere Vieles aus.

Die große Frage meines Blogs lautet „Wie kommt das Neue in die Welt?“. Was motiviert dich bei deiner Arbeit und woher bekommst du deine Inspiration?

Die Inspiration ziehe ich aus so ziemlich allem. Man kann ja theoretisch jedes Accessoire oder Kleidungsstück auch irgendwie häkeln. Ich achte auf sämtliche Farbzusammenstellungen, die mir begegnen und probiere dann ganz viel aus. Ich erinnere mich an Accessoires, die meine Mutter in ihrer Jugend in den Ende 60er/ Anfang 70er-Jahren gehäkelt hatte und versuche, etwas davon mit meinen Ideen zusammen zu führen.

Besonders wichtig sind mir neue Farbzusammenstellungen, die nicht unbedingt alltäglich sind, wie beispielweise Neongrün und Orange mit Blau. Ich habe keine Angst vor Farben und experimentiere damit wirklich gern herum.

Bezüglich meiner Motivation habe ich in erster Linie unbeschreiblich viel Spaß daran und hoffe, dass das noch lange so bleibt. Ich bin auch immer etwas stolz, wenn etwas Neues zu meiner Zufriedenheit entsteht und ich darüber nachdenke, dass ich Accessoires und Kleidung damit selbst herstellen kann. Früher war das nichts Besonderes, doch ich habe Handarbeit nicht mehr in der Schule gelernt und denke, das muss einfach wieder „cool“ gemacht werden.

Deshalb freut es mich auch ungemein, dass mein kleines Projekt bisher so positiv angenommen wird und ich immer noch Menschen mit Häkelwaren beglücken darf. Ich freue mich über jede einzelne Bestellung und hoffe, dass das Ganze noch lange so weiter geht.

Wer mehr wissen will zu deiner Arbeit, wo findet er dich? Wie kommt man mit dir in Kontakt und wie erfolgt eine Bestellung?

Ich habe eine offen zugängliche Facebookseite namens „Jay Punk“ erstellt um erst einmal zu gucken, wie es so läuft. Dort kann man mich per Privatnachricht kontaktieren oder man kann mir über jaypunk@hotmail.de eine Mail schicken.

Der Bestellungsablauf ist ganz einfach.

Bei einer Mütze beispielsweise, muss man nur seinen Kopfumfang messen und mir diesen mit den eigenen Farbwünschen und der Adresse mitteilen.

Wenn das gute Stück fertig ist (natürlich gehört auch Geduld dazu, da es sich ja um echte Handarbeit handelt), schicke ich es per Post zum neuen Besitzer. Dieser setzt sie auf, guckt- und fasst sie an und entscheidet dann selbst, was er auf das Jay Punk-Konto überweist.

Ich möchte keine Preise vorgeben. Wichtig ist mir, dass die Material- und Versandkosten abgedeckt sind. Alles Weitere ist sozusagen die Anerkennung für echte Handarbeit. Und natürlich erhält es meine Motivation umso mehr.

Mittlerweile spiele ich mit dem Gedanken, eine „echte“ eigenständige Internetseite zu erstellen, aber das eilt ja nicht.

Dein erwähntes Label „Jay Punk“ startete mit Surferdude-Häkelmützen. Mittlerweile hast du dein Sortiment um weitere coole Dinge erweitert. Was kommt als nächstes und was wird die Zukunft in der Handarbeit für dich bringen?

Ich bin jetzt schon in jeder freien Minute dabei, an neuen Varianten für Mützen, Bikinis, Hand- und Laptoptaschen und Vielem mehr zu basteln. Ich stelle immer mal wieder Fotos von aktuellen Stücken auf die Facebookseite, damit das Ganze auch etwas bildlicher wird.

Zur Abwechslung stricke ich parallel immer wieder an Pullovern und Cardigans.

Ich habe noch so Vieles im Kopf, dass ich am liebsten alles gleichzeitig ausprobieren möchte, leider fehlen mir dazu einige extra-Hände.

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07 Heiko Kleinhans Muetze jay punk

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