Schon einmal daran gedacht ältere Mitarbeiter zur Erfolgsquelle zu machen?

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„Schluss mit dem Jugendwahn!“, fordert Helmut Muthers, Experte für Unternehmenserfolg bei den Kunden 50plus, Betriebswirt, ehemaliger Bankvorstand und Bankensanierer. Seit 1994 ist er als Selbstständiger unterwegs und hilft Unternehmen, sich das wirtschaftliche Potential der reichsten und einzigen wachsenden Bevölkerungsgruppe zu erschließen. Er macht kein Geheimnis daraus,  dass er zur Zielgruppe gehört und somit weiß, wovon er redet, wenn er über die Lebensinteressen, Bedürfnisse und Erwartungen älterer Menschen spricht.

Frühpension und Altersteilzeit sind Schnee von gestern und für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens höchst gefährlich. Die Rahmenbedingungen für das Personal-Management ändern sich schneller als bisher angenommen. In Zukunft fehlt also das, was in der Vergangenheit in ausreichendem Maße vorhanden war – arbeitsfähige Menschen unter 65. Der Nachwuchs am Arbeitsmarkt ist unzureichend, ausgelernte Mitarbeiter studieren häufiger und die Altersstruktur der Beschäftigten verschiebt sich drastisch nach oben. Unternehmen tun gut daran, sich ohne zeitliche Verzögerung auf diese Situation einzustellen. Die Beschäftigungschancen und die Beschäftigungsdauer für Ältere, der Umgang mit ihnen und ihr Image müssen kurzfristig deutlich verbessert werden.

Es wird höchste Zeit, das Bild der Älteren zu korrigieren. Es gibt keine empirischen Beweise für die vorhandenen Klischees: Ältere sind weniger belastbar, unflexibel, leistungsschwach, krankheitsanfällig, unmotiviert, immobil, starrköpfig usw. Im Gegenteil, im 3. Altenbericht der Bundesregierung (2001) ist nachzulesen: „Es gibt keine bedeutenden Unterschiede in der Arbeitsleistung Jüngerer und Älterer zw. 60 und 70 – egal, ob Verkäufer, Fließbandarbeiter, Büroangestellter oder Anwalt.“ Und im 5. Altenbericht (2005) wird festgestellt: „Die Auffassung, dass Menschen mit fortschreitendem Alter rigide werden – also die Fähigkeit verlieren, sich wechselnden Bedingungen psychisch anzupassen – und nicht mehr zu kreativen Leistungen fähig sind, ist ebenso weit verbreitet wie unzutreffend. Wer mit 60 rigide ist, war es mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits mit 30. Das Alter spielt hierbei nur eine untergeordnete Rolle.“

Die älteren Menschen gewinnen in allen gesellschaftlichen Bereichen die Oberhand – als Konsumenten, Arbeitnehmer, in Gesellschaft und Politik. Sie sind die Wirtschaftsmacht, die reichste und einzige wachsende Bevölkerungsgruppe. Ältere Menschen sind heute gesünder, fitter, selbstbewusster, mobiler, anspruchsvoller und verrückter als jede Generation vor ihnen. Sie sind anspruchsvoll, meist umfassend informiert, wissen genau, was sie wollen, sind kritisch und qualitätsbewusst. Sie sind Konsumprofis und wollen überzeugt, nicht überredet werden. Mit hohlen Versprechungen und modernem Schnickschnack ist mit ihnen kein Geschäft zu machen.

Ältere Verkäufer verkaufen besser, weil sie mit älteren Kunden auf gleicher Sozialebene kommunizieren. Eine Verkaufskultur, die ältere Menschen ernst nimmt, sie respekt- und würdevoll behandelt, fällt unter Gleichaltrigen meist leichter. Die Realität ist (noch) eine andere. Die Verkäufer in den Unternehmen sind meist jünger als die Kunden 50plus. Sie sind mit deren Denk- und Verhaltensweisen oft nur wenig oder gar nicht vertraut. Eine 25-jährige Verkäuferin im Drogeriemarkt, die in der Lage ist, mit einer 68-jährigen Dame über deren Hauptprobleme zu reden, ist wohl ebenso eine Ausnahme wie der 32-jährige Versicherungsmakler, der den 65-Jährigen zu seinen Pflegerisiken beraten kann.

Fazit: In Zeiten, wo die Menschen im Durchschnitt doppelt so alt werden wie vor hundert Jahren und wo sie bis ins hohe Alter fit sind, muss das Alter auch in den Unternehmen neu definiert werden. Die demografischen Veränderungen mit einer noch unvorstellbaren Dominanz der älteren Generationen werden die Unternehmen vor große Herausforderungen stellen und Änderungen erzwingen. Einerseits werden sich die Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer deutlich verbessern müssen, um sie bis zum Rentenbeginn zu halten. Andererseits wird es Angebote geben müssen, damit ältere Mitarbeiter über den Ruhestand hinaus – als Angestellte, Selbstständige, in Kooperation oder mit anderen Modellen – im Unternehmen weiter arbeiten können.

MUTHERS INSTITUT für Strategisches Chancen-Management www.muthers.de www.unternehmenserfolg-50plus.de

Helmut Muthers

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