Spielen um nicht zu verlieren

Ein typisch (Nord-)Deutsches Phänomen? Die Fußballmannschaft hat es gerade so geschafft nicht abzusteigen und man liegt sich in den Armen, beglückwünscht sich, klopft sich auf die Schulter. Der Klassenerhalt macht glücklich, während andere Meisterschaften feiern. War das das Ziel? Das Unternehmen dümpelt im Mittelmaß herum und man freut sich wieder einen Monat, ein Jahr so irgendwie herum bekommen zu haben, wenngleich die eigenen Ansprüche einst „Größte, beste, schnellste… oder sonst was richtig Geiles“ waren. Es gibt einen Unterschied ob wir spielen, um nicht zu verlieren oder spielen, um zu gewinnen.

Die Veränderung bleibt aus, loyal stehen wir zusammen, „lebenslang“, auch wenn wir untergehen. Morgen wird alles besser, aber Morgen ist der Tag der nie kommt. Ja, und Hoffnung ist auch so ein Nicht-Zustand. Albert Einstein sagt, die reinste Form des Wahnsinns ist, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. Warum fällt es uns so schwer von einem toten Pferd abzusteigen und auf ein neues aufzusteigen? Nicht loslassen, Festhalten an altem bis die Finger schmerzen. Festhalten hält gefangen.

Noch so eine Sache: Wir lieben Facebook-Gruppen „Du kommst aus XXX“, wenn wir das ewig Gestrige immer und immer wieder hervorholen als gute alte Zeit. Natürlich ist das aus einer sozialen Betrachtungsweise heraus alles gut und richtig. Menschen halten zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten. Doch wo beginnt die Notwenigkeit eines radikalen Kurswechsels? Das Ziel „Klassenerhalt“ kann auf Dauer nicht die Erfülllung sein. Was mache ich als verantwortlicher Unternehmensführer?

„Also lassen Sie uns dies zu unserem Motto machen: Keine mittelmäßigen Erfolge mehr. Viel zu viele intelligente Menschen haben viel zu viel Zeit und Mühe mit… einem mittelmäßigen Erfolg nach dem anderen… verschwendet. Besonders in verrückten Zeiten und über lange Zeiträume betrachtet sind gute Niederlagen besser als „farblose“ Siege.“ (Tom Peters in „Re-imagine“)

Es ist eine Entscheidung die wir heute fällen: Wollen wir weiterspielen um nicht zu verlieren oder wollen wir spielen um zu gewinnen? Auch wenn dies bedeutet, wieder unpopuläre Wege einzuschlagen und man sich von alter, bequemer Einrichtung trennen muss. Sie spüren die Angst aber tun es trotzdem. Jetzt.

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