Profiler http://www.heiko-kleinhanns.de Sat, 31 Mar 2018 05:02:09 +0000 en-US hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.14 Durch die dunkle Seite der Macht mit Suzanne Grieger-Langer http://www.heiko-kleinhanns.de/durch-die-dunkle-seite-der-macht-mit-suzanne-grieger-langer/ http://www.heiko-kleinhanns.de/durch-die-dunkle-seite-der-macht-mit-suzanne-grieger-langer/#respond Wed, 23 Oct 2013 11:59:04 +0000 http://www.heikokleinhanns.de/?p=634 Read more]]> 6-130524_frei-Kopie-4

Menschen sind ein Mysterium. Sie handeln scheinbar irrational, sind getrieben von undurchschaubarem Eigennutz und geprägt von unbegreiflichen Weltanschauungen (und wenn es ganz schlimm kommt, auch noch von eigenen Meinungen). Richtig kompliziert wird es aber, wenn diese Spezies auch noch Mitarbeiter ist und man zudem erkennt, das man selbst ebenfalls zu dieser illustren Gattung von Lebewesen gehört. Wo Menschen zusammenkommen entsteht Brisanz und entwickeln sich Machtverhältnisse, die nicht immer leicht zu führen sind. Wer soll da noch durschauen? Suzanne Grieger-Langer – Führungskraft-Coach und Profiler.

Die Erkennung von persönlichen Potenzialen, wie auch die Erkennung von Betrug, sind ihr tägliches Geschäft als Autorin, Speaker, Coach, Trainer und Profiler. Suzanne Grieger Langer hilft Unternehmen die Untiefen der Gattung Mensch zu umschiffen und ist spezialisiert auf die ressourcenorientierte Detektion von persönlichen Potentialen als auch die defizitorientierte Detektion von Schaumschlägertum bis Betrug. Mit ihrem internationalen Team von Profilern ist sie in der Lage Charakterprofile auf dem Niveau des psychogenetischen Codes zu erstellen.

Sie sind von Beruf „Profiler & Survivability Expert“. Im Geiste tauchen dabei Bilder von Geheimagenten und Detektiv-Gimmicks aus alten YPS-Heften auf. Doch was kann man sich konkret unter Ihrer Berufsbezeichnung vorstellen und was machen Sie genau?

Ja, die meisten verbinden Profiler mit Krimiserien. Dies sind allerdings die kriminalistischen Kollegen: die Criminal Profiler. Sie rücken aus, wenn die anderen beiden Sorten Profiler ihre Arbeit nicht machen konnten, weil niemand sie gerufen hat: die Character Profiler und die Comportment Profiler. Character Profiler ermitteln Charakterprofile und gehen der Frage nach, ob jemand an sich und als solches (oder unter welchen Bedingungen) als gefährlich einzustufen ist. Comportment Profiler sind Mustererkennungsspezialisten und  dafür zuständig, Symptome für das Ansteigen einer Gefahr (Wirtschaftsspionage, Infiltration, Workplace Violence, Amok) zu erkennen.

Ich gehöre zu den Character und Comportment Profilern. Meine Aufgabe ist der Schutz vor Betrug und auch dessen Detektion (Erkennung). Sprich: werden Sie betrogen, ist Ihr Unternehmen von Wirtschaftsspionen oder Ablegern der organisierten Kriminalität durchdrungen. Und was ist dann zu tun. Zudem arbeite ich in der Wirtschaft viel im Bereich Prävention: wie schützt man sein Unternehmen vor Betrügern, Wirtschaftsspionage und Organisierter Kriminalität.

Was sind typische Aufgabenstellungen in Unternehmen bei denen Sie zum Einsatz gerufen werden und wie erfolgt im Regelfall die Zusammenarbeit?

In den Unternehmen bin ich Instruktor für die Führungskräfte der höheren Ebenen. Dort geht es um den Schutz vor und das Erkennen von Betrug. Sie können sich meine Arbeit vorstellen als ein Mittelding zwischen Führungskräftetraining und Profilerausbildung. Dazu gehört auch viel Beratertätigkeit: welchen Maßnahmen hat das Unternehmen schon ergriffen? Reichen diese aktuell noch aus? Welches sind die nächsten Schritte?

Die meisten Unternehmen glauben, dass eine Alarmanlage und etwas IT-Sicherheit ausreichen. Daher besteht ein wesentlicher Teil meiner Arbeit in der Aufklärung darüber, wie Wirtschaftsspionage und auch organisierte Kriminalität funktionieren. Nur dann weiß man(ager) sich zu schützen. Und im schlimmsten Fall (etwa 30% meiner Arbeit) werde ich für die Detektion (also die direkte Ermittlung) gerufen.

Auftraggeber sind zu 70% die Entscheider in den Unternehmen. 30% der Aufträge kommen über weitere Ermittler, die meine Kompetenz „dazubuchen“. Die Zusammenarbeit ist generell sehr angenehme und leichtgängig. Wer erst verstanden hat, wie wichtig und gleichzeitig wie einfach der Selbstschutz ist, der zickt nicht rum, sondern ist sehr klar und konkret in der Zusammenarbeit.

Sie haben ein wunderbares Buch mit dem Thema „Die 7 Säulen der Macht“ geschrieben. Diese Säulen bilden Ihrer Aussage nach das Fundament der eigenen Persönlichkeit. Wenn ich mich persönlich weiterentwickeln will und von einer Führungskraft zu einer Führungspersönlichkeit wachsen möchte, wo finde ich den wichtigsten Hebel, die wichtigste Säule und welche Baustelle sollte ich als erstes bearbeiten?

Fundament und Wirbelsäule der Psyche ist die Standfestigkeit. Sie allein entscheidet, ob jemand sich und seiner Position (also Verantwortung) gerecht werden kann. Wer hier bereits mit einem Haltungsschaden daher kommt, der wird auch mit Psychoprothetik à la positivem Denken nicht wirklich vorankommen. Es ist wie im Spitzensport: den Amateur unterscheidet vom Profi, dass er sich überschätzt und dadurch selbst verletzt. Der Profi kennt seine Grenzen, steht dazu und weiß damit umzugehen. Gleichwohl hat er Fähigkeiten und Technik immer im Blick und den Willen zum Ziel zu kommen. Er steht also zu sich und seinen Zielen. Das ist Standfestigkeit!

Unternehmen stehen heute vor der schwierigen Aufgabe sich immer wieder selbst zu erneuern. Innovationen, neue Produkte, neue Dienstleistungen müssen her, doch in vorhandenen Strukturen fällt es schwer Veränderungen einzuführen. Welchen Typ von Mensch braucht es, wenn es um Querdenken im eigenen Unternehmen geht, nach wem sollte ein Unternehmer in seinem Betrieb Ausschau halten, gilt es Veränderungen zu initiieren und umzusetzen?

Meist wird die Eierlegendewollmilchsau gesucht, bestmöglich noch mit einer schnurgeraden Biographie. Das kann nicht gut gehen, das ist ein wirklich vollkommen falscher Fehler. Als Unternehmerin, die sich seit 20 Jahren in einem volatilen Markt bewährt, weiß ich, dass es darum geht, sich immer wieder neu zu erfinden, das Ohr am Puls des Marktes zu haben und den Mut, sich immer wieder auf Risiko einzulassen und sich dabei doch treu zu bleiben.

Wen brauche ich dazu? Unternehmen brauchen hungrige unkonventionelle Typen. Und was noch weit wichtiger ist, um diese auch anzulocken und halten zu können: es braucht wendige Strukturen im Unternehmen. Es braucht Menschen (Führungskräfte und alle weiteren Mitarbeiter), die mitdenken, schnell denken, quer denken und vor allem engagiert denken!

Und dann gibt es da noch die notorischen Bremser und Bedenkenträger, die nicht aus ihrer Haut können, die das Neue und Veränderungen vehement verweigern. Viele Veränderungsprozesse scheitern einfach an Ablehnung. Wie schaffe ich es auch Gegner der Veränderung entweder für die neuen Ziele zu begeistern oder aber zumindest dafür zu sorgen, dass sie das Neue nicht gleich bekämpfen?

Meiner Meinung nach wird sich zu sehr mit diesen Bergaufbremsern beschäftigt. Was soll das? Wenn ich losfahren will und die Handbremse ist noch fest, dann beginne ich kein Mitarbeitergespräch mit diesem Teil meines Autos. Ich löse die Bremse: Hier braucht es Klarheit darüber, wessen Unternehmen das ist – beispielsweise meines und nicht seines (sonst hinge ja sein Name am Eingangstor) – und wohin das Unternehmen steuert (zum nächsten Ziel). Wer nicht mitfahren will, darf gerne aussteigen. Wer sich festklemmen will, der wird schon merken, was passiert: dann fahren wir mit mehr Gas los, trotz angezogener Handbremse. Bei der nächsten Ampel (Verschnaufpause) fragen wir nochmals an, ob derjenige nun mit dabei sein möchte oder aussteigen will.

Das liest sich hart und kapitalistisch. Das fühlt sich für die Bergaufbremser auch so an. Doch wie steht es um die Leistungsträger unserer Unternehmen? Was ist mit denen? Hat die mal einer gefragt? Die stehen mit scharrenden Hufen daneben und wissen nicht wohin mit ihrer Arbeitslust. Können wir verantworten diese zu frustrieren, weil sich einer noch nicht entscheiden konnte? Hier zitiere ich Steve Jobs: „Erste Klasse Spieler wollen nicht mit zweite Klasse Spielern spielen!“  Unternehmer müssen sich entscheiden, in welcher Liga sie spielen wollen. Je höher diese Liga ist, desto weniger haben Bremser in ihren Unternehmen Platz. An dieser Stelle zitiere ich Dr. August Oetker: „Qualität ist das beste Rezept!“

Haben Sie noch Freunde? Man hat den Eindruck Sie können Menschen lesen wie ein offenes Buch – deshalb sicherheitshalber das Interview auch per Email :-) – können Sie die Rolle der Profilerin und messerscharfen Persönlichkeitsanalytikerin auch ablegen? Ich kann mir vorstellen, dass es für Ihr Umfeld manchmal nicht leicht ist, wenn Sie das Spiel der Menschen aus Verführung, Schein und Sein in jedem Augenblick entzaubern können?

lol – ja, ich habe eine Menge Freunde. Die sind mir auch sehr sehr wichtig, denn in meinem Job geht es ja um die so genannte dunkle Seite der Macht. Wenn ich mich im privaten Teil meines Lebens mit hellen Menschen, also lebensbejahenden, authentischen und wohlwollenden Menschen umgebe, ist das ein erfrischendes Antidot.

Das mit der Analyse im Privaten halte ich in Schach ;-)

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